Fotografin, Projektleiterin & Mentorin.
Nataliya stammt aus Mariupol, einer Stadt im Südosten der Ukraine, die während der russischen Invasion im Jahr 2022 tragischerweise besetzt wurde – trotz des mutigen und langanhaltenden Widerstands der ukrainischen Streitkräfte. Der Oscar-prämierte Dokumentarfilm „20 Tage in Mariupol“ zeigt eindrücklich, unter welchen extremen Bedingungen die Zivilbevölkerung und medizinisches Personal in diesen ersten Kriegstagen überleben mussten
Nataliya lebt seit über 20 Jahren in der Schweiz und hat nach Beginn des Krieges auf vielfältige Weise die Ukraine und ihre Landsleute unterstützt. Besonders engagiert sie sich für medizinisches Personal an der Front, das unter Einsatz des eigenen Lebens Verletzte rettet. Sie hat Hilfsaktionen organisiert, um diese Heldinnen und Helden mit dringend benötigtem Material zu versorgen.
Als leidenschaftliche Fotografin verbindet Nataliya ihre künstlerische Ader mit ihrer humanitären Mission. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Ukraine hat sie einen Online-Fotoklub für Schulkinder in Saporischschja mitaufgebaut. Dieses Projekt hilft Kindern nicht nur dabei, fotografische Fähigkeiten zu erlernen, sondern bietet ihnen auch einen geschützten Raum, ihre Erfahrungen und Traumata durch kreative Ausdrucksformen zu verarbeiten.
Warum ist dir die Mission von Ukraine Recovery Aid persönlich wichtig?
Ich komme aus Mariupol. Es ist schmerzhaft zu wissen, dass ich meine Heimatstadt und meine Familie nicht besuchen kann. Durch mein Engagement hier in der Schweiz kann ich trotzdem aktiv helfen – nicht nur für andere, sondern auch für mich selbst. Es gibt mir das Gefühl, Teil von etwas Sinnvollem zu sein und Hoffnung weiterzugeben.
Was hat dir an deiner ehrenamtlichen Arbeit bei Ukraine Recovery Aid bisher am meisten Freude bereitet?
Mein Engagement steht noch am Anfang, aber ich freue mich sehr, ein Teil dieses engagierten Teams zu sein. Jeder kleine Schritt, jede gemeinsame Aktion zeigt mir, wie viel möglich ist, wenn Menschen zusammenarbeiten. Besonders berührt mich, wie viel Mitgefühl und Einsatzbereitschaft ich hier erlebe.
Wer inspiriert dich im Leben am meisten – und warum?
Mich inspirieren viele Menschen – durch ihre Taten, ihre Ausdauer, ihre Kreativität. Menschen, die nicht aufgeben, sondern neue Wege finden. Eine davon ist Svitlana, sie gibt mir Mut.
Worauf freust du dich in deiner Rolle bei Ukraine Recovery Aid in diesem Jahr besonders?
Ich freue mich sehr darauf, Kinder fotografisch zu begleiten – ihre Geschichten sichtbar zu machen, ihre Gefühle ernst zu nehmen und ihnen eine Stimme zu geben. Fotografie ist für mich ein Mittel der Empathie und Heilung. Wenn Kinder durch ein Bild ausdrücken können, was sie bewegt, ist das ein wichtiger Schritt zur Verarbeitung.
Wie verbringst du am liebsten deine Freizeit?
Am liebsten bin ich mit meiner Familie zusammen. Ich liebe es zu fotografieren, zu gärtnern, zu lesen und zu kochen. Diese einfachen Dinge geben mir Ruhe, Kraft und neue Inspiration für mein Engagement.


